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Gut und sicher durch heiße Tage

Einfache Tipps für ältere und kranke Menschen, Hilfe für Angehörige und Ansprechpartner in Ihrer Nähe.

Ältere Frau trinkt in einem abgedunkelten, kühlen Wohnzimmer ein Glas Wasser, neben ihr ein Ventilator.

Wann warnt der Wetterdienst?

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor Hitze, wenn sie für die Gesundheit gefährlich werden kann. Maßgeblich ist die gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag und wie stark es sich nachts in Wohnungen abkühlt.

angenehm
  1. 1

    gefühlt über 32 °C

    Starke Wärmebelastung

    Dazu kühlt es nachts in Innenräumen kaum ab. Jetzt die Tipps unten anwenden und auf Angehörige achten.

  2. 2

    gefühlt über 38 °C

    Extreme Hitze

    Große Gefahr, besonders für ältere und kranke Menschen. Anstrengung meiden, drinnen bleiben, täglich nach Alleinlebenden sehen.

Ab dem Sommer 2027 führt der DWD eine dritte Warnstufe für besonders lange und extreme Hitzewellen ein.

So bekommen Sie Warnungen kostenlos

  • E-Mail vom Wetterdienst

    Den Newsletter „Hitzewarnungen“ für Ihren Landkreis abonnieren.

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  • Warn-Apps auf dem Handy

    WarnWetter und GesundheitsWetter vom DWD, außerdem NINA und Katwarn.

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  • Tagesaktuelle Karte

    Die Hitzewarnkarte des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit.

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Sechs Dinge, die an heißen Tagen helfen

Im Alter merkt der Körper Hitze später, schwitzt weniger und meldet seltener Durst. Diese Gewohnheiten schützen Sie.

  1. Regelmäßig trinken

    Auch ohne Durst: Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Säfte. Als Richtwert gelten 2 bis 3 Liter am Tag. Bei Herz- oder Nierenerkrankungen die Menge mit der Arztpraxis absprechen.

  2. Wohnung kühl halten

    Früh morgens und spät abends lüften, tagsüber Fenster schließen und abdunkeln. Ein Ventilator hilft zusätzlich.

  3. Mittagshitze meiden

    Einkäufe und Wege auf den Morgen legen. Zwischen 11 und 18 Uhr möglichst drinnen bleiben und sich nicht anstrengen.

  4. Leicht essen

    Mehrere kleine Mahlzeiten mit Gemüse und wasserreichem Obst. Schweres, fettes Essen belastet den Kreislauf.

  5. Luftig anziehen

    Helle, weite Kleidung aus Baumwolle oder Leinen. Draußen Hut und Sonnenbrille mit UV-Schutz tragen.

  6. Den Körper kühlen

    Feuchte, kühle Tücher auf Nacken, Stirn, Arme oder Beine. Lauwarm duschen, nicht eiskalt.

Wer krank ist, braucht mehr Schutz

Chronische Erkrankungen und manche Medikamente schwächen die Anpassung an Hitze. Sprechen Sie am besten schon vor dem Sommer mit Ihrer Hausarztpraxis oder Apotheke.

Besonders gefährdet bei

  • Herz- und Kreislauferkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Nierenerkrankungen
  • Demenz und Parkinson
  • Lungen- und Atemwegserkrankungen
  • Starkes Unter- oder Übergewicht
Apothekerin berät einen älteren Mann zu seiner Tablettenbox.

Medikamente richtig lagern

Trocken, dunkel und kühl aufbewahren. Steht nichts anderes in der Packungsbeilage, gilt Raumtemperatur von 15 bis 25 °C. Nicht im Auto oder am Fenster liegen lassen.

Medikamente, die bei Hitze Probleme machen können

Entwässerungsmittel (Diuretika)
Sie schwemmen zusätzlich Wasser und Salze aus. Austrocknen und Schwindel werden wahrscheinlicher.
Blutdrucksenker
Der Blutdruck kann bei Hitze zu stark absinken, besonders beim Aufstehen.
Bestimmte Antidepressiva und Psychopharmaka
Manche hemmen das Schwitzen oder verändern das Durstgefühl.
Mittel gegen Blasenschwäche (Anticholinergika)
Sie können das Schwitzen bremsen, der Körper kühlt schlechter ab.
Schmerzmittel wie Ibuprofen
Sie können bei Flüssigkeitsmangel die Nieren zusätzlich belasten.

Wichtig: nichts eigenmächtig absetzen

Ob und wie eine Dosis an heißen Tagen angepasst wird, entscheidet nur Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Fragen Sie gezielt nach, bevor die Hitze kommt.

Eine Tochter reicht ihrem älteren Vater ein Glas Wasser und legt ihm ein kühles Tuch in den Nacken.

Schnelltest: Fehlt Flüssigkeit?

Hautfalte am Handrücken leicht anheben und loslassen. Bleibt sie stehen, fehlt wahrscheinlich Flüssigkeit. Auch dunkler Urin und ein trockener Mund sind Hinweise.

Für Angehörige, Nachbarn und Pflegende

Viele ältere Menschen unterschätzen Hitze. Ein kurzer Anruf oder Besuch am Tag kann entscheidend sein.

  • Täglich melden

    An Hitzetagen anrufen oder vorbeischauen, besonders bei Menschen, die allein leben.

  • Trinken im Blick behalten

    Getränke sichtbar hinstellen, feste Trinkzeiten vereinbaren, bei Bedarf ein Trinkprotokoll führen.

  • Wohnung prüfen

    Ein Thermometer aufstellen. Gemeinsam lüften, abdunkeln und den kühlsten Raum zum Schlafen wählen.

  • Wege abnehmen

    Einkäufe, Apotheke oder Arzttermine in die kühlen Morgenstunden legen oder übernehmen.

  • Kühlen helfen

    Kühle, feuchte Umschläge auf Arme, Beine, Stirn oder Nacken. Leichte Kleidung und luftiges Bettzeug.

  • Hitzetelefon anmelden

    Fragen Sie beim Gesundheitsamt, ob es vor Ort ein Hitzetelefon gibt, das bei Warnungen anruft.

Notfall erkennen und richtig handeln

Ein Hitzschlag ist lebensgefährlich. Lieber einmal zu früh Hilfe rufen als zu spät.

Warnzeichen

  • Verwirrtheit, Unruhe oder starke Müdigkeit
  • Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen
  • Körpertemperatur über 38 °C
  • Heiße, trockene Haut trotz Hitze
  • Schneller Puls, Muskelkrämpfe
  • Bewusstlosigkeit oder Krampfanfall

Sofort tun

  1. Bei Bewusstlosigkeit, Krampf oder Verwirrtheit sofort 112 rufen.
  2. In einen kühlen, schattigen Raum bringen und hinlegen, Beine leicht hoch.
  3. Enge Kleidung lockern, mit feuchten Tüchern kühlen.
  4. Wer wach ist, bekommt Wasser in kleinen Schlucken.
  5. Bei leichteren Beschwerden Hausarztpraxis oder 116 117 anrufen.

Hilfe und Ansprechpartner

Bundesweite Nummern und eine Auswahl regionaler Angebote. In vielen Städten rufen Hitzetelefone ältere Menschen an, sobald eine Hitzewarnung gilt.

  • Notfall

    Notruf

    Bundesweit

    Bei Lebensgefahr, Bewusstlosigkeit oder Verdacht auf Hitzschlag. Kostenlos, rund um die Uhr.

  • Notfall

    Ärztlicher Bereitschaftsdienst

    Bundesweit

    Bei hitzebedingten Beschwerden, wenn die Hausarztpraxis geschlossen ist.

  • Hitzetelefone

    Hitzetelefon Köln

    Köln

    Beratung zu Hitze und Vorsorge. Mit Eintrag ins Hitzeregister gibt es Warnungen per SMS, E-Mail oder Anruf.

  • Hitzetelefone

    Hitzetelefon Sonnenschirm

    Stadt und Landkreis Kassel

    Ehrenamtliche rufen angemeldete Seniorinnen und Senioren bei jeder Hitzewarnung persönlich an. Anmeldung über das Gesundheitsamt.

  • Hitzetelefone

    Hitzetelefon Offenbach

    Offenbach am Main

    Informationen und Unterstützung für ältere Menschen an heißen Tagen. Anmeldung beim Amt für Umwelt und Klima.

  • Hitzetelefone

    Hitzetelefon Main-Taunus-Kreis

    Main-Taunus-Kreis

    Bei einer Hitzewarnung ruft das Gesundheitsamt werktags vormittags an. Anmeldung beim Gesundheitsamt in Hofheim.

  • Hitzetelefone

    Hitzetelefon Neukölln

    Berlin-Neukölln

    Das Bezirksamt bietet ein Hitzetelefon für ältere Menschen an.

  • Information

    Ihr Gesundheitsamt

    In jeder Stadt und jedem Kreis

    Fragen Sie nach Hitzetelefon, kühlen Orten und dem Hitzeschutzplan Ihrer Kommune.

  • Information

    Klima, Mensch, Gesundheit

    Bundesweit

    Das Portal des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit mit Tipps, Merkblättern und Flyern zum Bestellen.

  • Information

    Gesund und aktiv älter werden

    Bundesweit

    Merkblätter für Angehörige und Pflegende, zum Beispiel Tipps bei Pflegebedarf.

Ihre Stadt fehlt? Rufen Sie Ihr Gesundheitsamt an und fragen Sie nach Angeboten vor Ort. Angaben ohne Gewähr, Stand November 2026.

Aktuelles zum Hitzeschutz

Neue Zahlen, neue Warnstufen, neue Angebote. Kurz erklärt, mit Link zur Quelle.

  1. Zahlen

    Sommer 2026: so viele Hitzetote wie nie

    Das Robert Koch-Institut schätzt rund 16.000 hitzebedingte Sterbefälle von April bis Mitte September. Allein die Hitzewoche Ende Juni forderte etwa 9.600 Todesfälle. Mehr als drei Viertel der Verstorbenen waren 75 Jahre oder älter.

    RKI-Wochenbericht, zusammengefasst von PTAheuteZur Quelle

  2. Politik

    Deutschland ist auf Hitze schlecht vorbereitet

    Ende Juni wurden an einigen Orten über 41 Grad gemessen. Fachleute sehen große Lücken beim Schutz, obwohl es seit 2023 einen Hitzeschutzplan des Bundesgesundheitsministeriums gibt.

    AOK, Magazin G+GZur Quelle

  3. Angebote

    Hitzetelefone: ein Anruf pro Woche hilft

    Wer sich anmeldet, wird von Mai bis September meist einmal pro Woche angerufen, auf Wunsch an jedem Tag mit Hitzewarnung. Die meisten Teilnehmenden sind älter als 75 Jahre.

    evangelisch.deZur Quelle

  4. Warnsystem

    Dritte Warnstufe ab Sommer 2027

    Der Deutsche Wetterdienst erweitert seine Hitzewarnungen um eine dritte Stufe für extreme, lang anhaltende Hitzewellen. Dabei können auch die bisherigen Stufen angepasst werden.

    Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit NRWZur Quelle